Die Übung "Entwerfen 3" stellt das letzte Entwurfsprojekt im Masterstudium dar und bildet somit alle im Masterstudium erlernten Fähigkeiten sowie erworbenen Kenntnisse ab, die zur Erstellung eines komplexen architektonischen Entwurfs nötig sind.
Im Besonderen nimmt "Entwerfen 3" Bezug auf die architektonische und städtebauliche Qualität, die Qualität der Tragwerksplanung und der Bauphysik, sowie der Qualität der ökologischen Nachhaltigkeit mit speziellem Augenmerk auf den Lebenszyklus des Gebäudes.
Konkret vermittelt die Lehrveranstaltung Entwerfen 3 die Entwicklung architektonischer Entwürfe im Spannungsfeld von Gebäudetypologie, Holzbau, Kreislaufwirtschaft und systemischem Denken. Ausgangspunkt ist die Entwurfsaufgabe einer temporären Schule im Sinne einer Interimsschule samt den dafür erforderlichen ergänzenden Nutzungen und spezifischen funktionalen Anforderungen.
Im Zentrum steht die Entwicklung eines architektonischen Gebäudekonzepts in Holzbauweise, das auf Wiederverwendbarkeit, Adaptierbarkeit und mehrfache Nutzung ausgelegt ist. Die Studierenden entwerfen eine Schule, deren Bauteile, Strukturen und Räume nicht nur auf die Erstnutzung als Interimsschule reagieren, sondern auch zukünftige Transformationen, Rückbauprozesse und alternative Nutzungsszenarien ermöglichen.
Zu Beginn werden Grundlagen des systemischen Entwerfens behandelt: Typologien, Raumprogramme, Tragstruktur, Raster, Fügung, Vorfertigung, Montage, Demontage sowie konstruktive und räumliche Flexibilität. Anhand von Referenzprojekten des zeitgenössischen Holzbaus wird untersucht, wie architektonische Qualität mit seriellen und modularen Prinzipien verbunden werden kann.
Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden ein eigenständiges Gebäudeprojekt. Im Entwurfsprozess werden konstruktive Regeln, Bauteilstrategien, Materialkonzepte und räumliche Organisationen erarbeitet, die eine Weiterverwendung in veränderten Kontexten ermöglichen. Die Systemlogik wird dabei als Entwurfswerkzeug verstanden und nicht als Selbstzweck.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Wechselwirkung zwischen architektonischer Idee, konstruktiver Logik und Baukultur. Es wird untersucht, wie Standardisierung, Wiederholung und Modularität neue architektonische Ausdrucksformen erzeugen können.
Begleitend werden Entwurfsdarstellung, Modellarbeit, iterative Entwurfsmethoden, Präsentationstechniken sowie argumentatives Vermitteln architektonischer Konzepte trainiert.