28. Mai 2026
Es ist wieder so weit: Das Betonkanu-Team des Departments Bauen und Gestalten geht erstmals unter dem neuen Teamnamen Vienna Canucrete Team an den Start. Mit seinem neuen Kanu „Litzenflitzer“ ist das Team bereit für die 20. Betonkanu-Regatta in Brandenburg an der Havel. Die Betonkanu-Regatta ist ein internationaler Studierendenwettbewerb mit über 1.000 Teilnehmer*innen, der vom deutschen InformationsZentrum Beton alle zwei Jahre veranstaltet wird.

Nach dem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Materialwiederverwertung bei der 19. Betonkanu-Regatta im Jahr 2024 rückte das Team diesmal die Wettbewerbskategorie „Konstruktion“ in den Mittelpunkt. Das Ergebnis: ein Kanu, das nicht nur einen außergewöhnlichen Namen trägt, sondern auch technisch neue Wege beschreitet: der Litzenflitzer.
In Kooperation mit Josef Simader von der Firma Porr entwickelte das Team eine Konstruktion mit vorgespannten Basalt-Litzen, die mittels Epoxidharzes verpresst wurden. Dabei erreichte das Kanu eine Vorspannkraft von insgesamt 800 Newton, je 200 Newton pro Spannlitze. Ein neuer Ansatz, der in dieser Form bei der Betonkanu-Regatta bislang noch nicht aufgezeigt wurde.
Was zunächst einfach klingt, stellte das Team vor eine komplexe Herausforderung. Beim Vorspannen dünnwandiger Betonkörper wirken hohe Kräfte auf das Material. Entscheidend ist dabei, dass sich die eingebrachten Litzen nicht aus dem Beton lösen oder Teile des Körpers ausbrechen. Um dies zu verhindern, war erneut intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit gefragt. Die richtige Zusammensetzung der Betonrezeptur musste entwickelt, getestet und laufend optimiert werden.
Neben dem Wettbewerbskanu verwirklichte das Team heuer außerdem ein weiteres außergewöhnliches Projekt: ein Wasserfahrzeug für die offene Klasse der Regatta. Mithilfe von 3D-Betondruck, Stahl und zahlreichen Arbeitsstunden entstand ein maßstabsgetreues Modell des Wiener Riesenrads, das auf zwei Schwimmkörpern aus Beton, ähnlich einem Katamaran, montiert wird. Das detailreiche Modell verbindet digitale Fertigungstechnologien mit konstruktiver Präzision und zeigt eindrucksvoll, wie experimentelles Entwerfen und innovative Bauverfahren zusammenspielen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und sorgte schon bei der Betonkanutaufe für Aufmerksamkeit. „Ob das Wasserfahrzeug „Wiener Riesenrad“ der offenen Klasse schwimmen wird, werden wir dann erst direkt bei der Regatta sehen. Wir sind uns aber eigentlich sicher, dass es funktionieren wird“, ist sich Christiane Koller, eine der vier Team-Kapitän*innen, sicher.
„Mit dem Litzenflitzer zeigt das Team einmal mehr, wie praxisnahes Lernen, experimentelles Arbeiten und innovative Bautechnologien zusammenkommen und dass selbst auf dem Wasser neue Wege im Betonbau möglich sind“, fasst Markus Vill, Leiter des Forschungszentrums Bauen und Gestalten an der Hochschule Campus Wien, stolz zusammen.
Vom 19.-20.6.2026 findet die Betonkanu-Regatta in Brandenburg an der Havel statt.
Wir drücken dem Vienna Canucrete Team die Daumen!
Das Vienna Canucrete Team des Departments Bauen und Gestalten der FH Campus Wien bedankt sich bei allen Sponsor*innen!
Allen voran PORR Group, holcim-oesterreich, Wiener Riesenrad, Baumit, Red Bull sowie das Vizerektorat Forschung und Entwicklung der Hochschule Campus Wien.