24. Juni 2026
Großer Erfolg für das „Vienna Canucrete Team“ der Hochschule Campus Wien: Bei der 20. Deutschen Betonkanuregatta, die am 19. und 20. Juni 2026 in Brandenburg an der Havel stattfand, sicherte sich das Team auf Anhieb den 1. Platz in der erstmals bestrittenen Kategorie „Offene Klasse“.

In dieser Wettbewerbskategorie sind Wasserfahrzeuge jeglicher Art zugelassen, deren Auftrieb durch Betonkörper erzeugt wird. Mit dem außergewöhnlichen Wettbewerbsbeitrag „Wiener Riesenrad“ setzte sich das Team der Hochschule Campus Wien gegen starke Konkurrenz durch.
Den Ausschlag für den Sieg gab laut Jury die detaillierte, maßstabsgetreue und technisch hochkomplexe Nachbildung des Wiener Riesenrades. Das Herzstück des Projekts bildete ein 2,45 Meter großes Riesenrad mit einem Gewicht von rund 130 Kilogramm. Die äußeren Ringe, an denen die Waggons befestigt sind, wurden aus bewehrten 3D-Betondruckelementen gefertigt. Über Stahlgewindestangen wurden sie mit den Radnaben verbunden und präzise zusammengespannt.
Die gesamte Konstruktion brachte rund 480 Kilogramm auf die Waage und bestand aus zwei Schwimmkörpern aus Beton, einer Holzplattform, den Stahlständern sowie dem Riesenrad selbst.
„Der Bau des „Wiener Riesenrades“ war eine technische Herausforderung. Besonders anspruchsvoll war das gleichmäßige Spannen der Speichen, da verhindert werden musste, dass der Beton unter der Zugspannung an kritischen Stellen reißt oder abplatzt“, erklärt Teamkapitänin Christiane Koller.
Auch der Zusammenbau erforderte eine außergewöhnliche Lösung: „Aufgrund von Größe und Gewicht der Bauteile musste das gesamte Gefährt direkt im Wasser montiert werden. Dabei galt es sicherzustellen, dass die hohlen, oben offenen Betonschwimmkörper bei ungleichmäßiger Belastung nicht zu tief eintauchten und Wasser aufnahmen“, so Teamkapitän Valentin Peinhopf.
Neben dem Erfolg in der Offenen Klasse sorgte auch das diesjährige Rennkanu des Teams, der „LitzenFlitzer“, für Aufmerksamkeit. Das Kanu wurde mit einer im Wettbewerb bislang einzigartigen Konstruktionstechnik gefertigt: Es wurde mittels Basaltlitzen vorgespannt.
Diese Technologie kommt üblicherweise bei speziellen Anforderungen im Ingenieurbauwesen, etwa bei Brückentragwerken, zum Einsatz. Die in integrierten Kanälen verlegten Litzen werden dabei unter Zug gesetzt und anschließend mit Epoxidharz verpresst, wodurch die Vorspannung dauerhaft erhalten bleibt. Das Rennkanu wurde mit einer Zugkraft von 800 Kilogramm vorgespannt.
Der Vorteil dieser Bauweise: Während des Aushärtens entstehen deutlich weniger Risse im Beton, insbesondere quer zur Vorspannrichtung. Gleichzeitig erhöht sich die Belastbarkeit des Kanus im Wasser erheblich.
„Mit dem Sieg in der Offenen Klasse und den innovativen technischen Lösungen im Rennkanubau unterstreicht das „Vienna Canucrete Team“ einmal mehr seine Kompetenz an der Schnittstelle von Bauingenieurwesen, Materialtechnologie und kreativem Design“, ist Markus Vill, Leiter des Forschungszentrums Bauen und Gestalten, stolz auf das Team.
Die Hochschule Campus Wien gratuliert herzlich!