Grundlagen Advanced Nursing Practice ANP:
> Definition von ANP
> Geschichte und Entwicklung von ANP
> Merkmale einer Advanced Practice Nurse APN, Rolle/Profile einer APN
> Arbeitsfelder und Kernkompetenzen einer APN (nach Hamric et al.)
> Entwicklung, Implementation und Evaluation einer APN-Rolle (PEPPA-Framework)
> Evidenzbasierte Praxis, Ergebniskriterien und Praxisentwicklung im Kontext von ANP
> ANP/APN im österreichischen,Schweizer und internationalem Kontext: aktuelle Begriffs- und Rollenverständnisse, ANP-Rahmenkonzept Österreich / Schweiz / international, Scope of Practice sowie rechtliche und organisationale Rahmenbedingungen
> Rollenentwicklung als Versorgungsentwicklung: Versorgungslücken, Stakeholderbeteiligung, Governance, Implementierung, Evaluation und Nachhaltigkeit von ANP-Rollen
ANP am Beispiel der spezialisierten pflegerischen Versorgung - Neuromuskuläre Erkrankungen (NMD):
> Aufgaben und Rolle der APN im Betreuungs- und Pflegekontext in der spezialisierten Versorgung von Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen NMD
> Versorgungslücke und Bedürfnisse von Menschen mit NMD, Stakeholder und involvierte Dienste, Care Management und Netzwerkarbeit, Neue Therapien
> Implementierung einer APN NMD in der spezialisierten ambulanten Versorgung, Schnittstellen im Versorgungssetting, Koordination und interprofessionelle Zusammenarbeit
> Evidenz, welche für die Pflege, Versorgung und Betreuung von Menschen mit NMD in der Pädiatrie und Erwachsenenpflege und deren Bezugssystem als Grundlage dient
ANP am Beispiel der spezialisierten onkologischen Versorgung - Cancer Nurse und onkologische ANP-Praxis:
> Praxisdarstellung der Entwicklung von Pflegeberatung, Pflegeambulanz und Cancer Nurse im AKH Wien als Beispiel einer bedarfsorientierten Rollen- und Versorgungsentwicklung
> Ausgangslage und Versorgungslücke in der Onkologie: zunehmende Ambulantisierung und tagesklinische Versorgung, kürzere Kontaktzeiten, komplexe Symptom- und Distressbelastung, Anforderungen an Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement sowie fragmentierte Versorgungspfade und ungeplante Kontakte
> Nutzung lokaler Daten und Evidenz zur Bedarfsklärung: Symptomprävalenzerhebungen, retrospektive Dokumentenanalyse des onkologischen Therapieraums, Telenurse-Pilotprojekt und klinische Pflegeforschung am Point of Care
> Aufgabenprofil einer Cancer Nurse bzw. onkologischen APN: spezialisiertes klinisches Assessment, Symptom- und Distressmanagement, Beratung und Edukation von Patient*innen und Angehörigen, Förderung des Selbstmanagements, Navigation, pflegerische Triage und Safety-Netting, Koordination und interprofessionelle Zusammenarbeit
> Entwicklung und Implementierung der Rolle entlang des PEPPA-Frameworks: Patient*innengruppe, Stakeholder, aktuelles Versorgungsmodell, Bedarf und Prioritäten, neues Versorgungsmodell und Rollenprofil, Implementierungsstrategie, Evaluation und Langzeitmonitoring
> PEPPA Plus zur Evaluation: Struktur-, Prozess- und Outcome-Indikatoren von Beginn an definieren und für Einführung, Umsetzung und nachhaltige Verankerung der Rolle nutzen
> Österreichische Gegebenheiten und Herausforderungen: Rollenklarheit und Abgrenzung bestehender Pflegefunktionen, rechtliche und organisationale Ausgestaltung des Scope of Practice, Ressourcen und geschützte Zeit, Dokumentations- und Systemzugänge, interprofessionelle Akzeptanz, Governance und Führung sowie der Nachweis patient*innen-, team- und organisationsbezogener Outcomes
> Praxisentwicklung und Implementierung nicht an Einzelpersonen binden: Evidenz in Standards, Routinen, Schulungen und organisationsweite Strukturen übersetzen und Nachhaltigkeit systematisch planen
> Verbindung von Pflegemanagement und Pflegeedukation/Counselling: Auftrag, Ressourcen, Entscheidungswege und Kennzahlen mit Kompetenzentwicklung, Team- und Patient*innenedukation, Beratungskompetenz, Reflexion und Wissenszirkulation verbinden
ANP am Beispiel der Grundversorgung - Nurse Practitioner in der Hausarztpraxis:
> Aufgaben und Rolle der APN im Betreuungs- und Pflegekontext in der Grundversorgung am Beispiel von Nurse Practitioner NP in der Hausarztpraxis
> Versorgungslücke und Bedürfnisse in der Grundversorgung, Direkte Klinische Praxis, Interprofessionelle Zusammenarbeit
> Implementierung einer NP-Rolle in der Grundversorgung, Scope of Practice, Monitoring und Evaluation
> Evidenz, welche für die Pflege, Versorgung und Betreuung von Betroffenen im Bereich Grundversorgung und deren Bezugssystem als Grundlage dient
Transfer in Workshop und Seminararbeit:
> Im Workshop werden erste Überlegungen für eine eigene ANP-Rollenentwicklung erarbeitet; Ausgangspunkt ist eine relevante Versorgungslücke bzw. Patient*innen-/Klient*innengruppe und nicht eine vorab festgelegte Stellenbeschreibung
> Die Studierenden entwickeln eine erste PEPPA-basierte Konzeptskizze: Versorgungsproblem und Zielgruppe, Stakeholder, bestehendes Versorgungsmodell, pflegerische Rollen und Prozesse, Rollenoptionen, Ziele, neues Versorgungsmodell, Implementierungsstrategie, Evaluation sowie Nachhaltigkeit und Optimierung
> Management- und Edukations-/Counsellingperspektive werden bereits in der Konzeptionsphase miteinander verbunden: Governance, Ressourcen und Schnittstellen einerseits sowie Kompetenzprofil, Schulung, Beratung, Falllernen und Wissenszirkulation andererseits
> Österreichische Rahmenbedingungen und Grenzen werden in jeder Rollenidee mitgeprüft, insbesondere Scope of Practice, organisationale Legitimation, Schnittstellen, Ressourcen, Dokumentation, Rücksprache- und Eskalationswege sowie realistische Evaluationsmöglichkeiten
> Die im Workshop erarbeitete Rollen- und Implementierungslogik dient als Ausgangspunkt für die Seminararbeit; die weitere Ausarbeitung erfolgt daten- und evidenzbasiert entlang der zehn Arbeits- und Reflexionsschritte als Operationalisierung der neun PEPPA-Schritte