20. Oktober 2026
Spionage, Extremismus und Krisenresilienz: Die 37. ACIPSS-Tagung zeigte, warum aktuelle Sicherheitsfragen vernetztes Denken und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Staat und Gesellschaft erfordern.

Die Tagung fand am 9. Oktober unter dem Motto „Connected“ statt und widmete sich Sicherheitsbedrohungen, Krisenmanagement und der Widerstandsfähigkeit von Organisationen. Veranstaltet wurde sie vom Fachbereich Risiko- und Sicherheitsmanagement der HCW in Kooperation mit dem Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS) und dem Verband akademischer Sicherheitsberater Österreichs (VASBÖ).
Geschäftsführerin und CFO Silvia Kaupa-Götzl und Studiengangsleiter Martin Langer begrüßten die Gäste seitens der HCW. Kaupa-Götzl unterstrich die Bedeutung von Sicherheit für Hochschulen und die Rolle der HCW bei der Ausbildung von Fach- und Führungskräften für die private Sicherheitswirtschaft und Behörden.
Jörg Leichtfried, Staatssekretär im Bundesministerium für Inneres, gab einen Überblick über Entwicklungen mit Auswirkungen auf Österreichs Sicherheit. Er betonte: „Neben islamistischen Extremismus und Terrorismus und Rechtsextremismus stellen neue Formen der Spionage, ein erstarkender demokratiegefährdender Frauenhass, die rasant ansteigende Onlineradikalisierung und damit verbundenen immer jünger werdende Täter wachsende Herausforderungen für unsere Gesellschaft, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat dar. Es ist Gebot der Stunde, aufmerksam zu sein, Resilienz zu stärken und unser Land wirksam zu schützen. Das kann nur in einem gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz gelingen. Dabei ist der Austausch und die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft unumgänglich und ein wichtiger Baustein in unserer Sicherheitsarchitektur.“
Beiträge aus Forschung und Praxis zeigten, wie Menschen und Organisationen sich auf Risiken vorbereiten und in Krisen handlungsfähig bleiben. Claudia Körmer vom Fachbereich Risiko- und Sicherheitsmanagement präsentierte Ergebnisse des abgeschlossenen KIRAS-Projekts PUKE, darunter ein vom Forschungsteam entwickeltes systemisches Resilienz-Framework. Markus Schimpl von closeprotection.at sprach über den Umgang mit Adrenalin in Ausnahmesituationen. Isabella Mader von Excellence Research gab Einblicke in psychologische Operationen (PSYOP). Auch Spionage und ihre Auswirkungen auf Medien und Gesellschaft wurden diskutiert: Im Gespräch mit Thomas Goiser, ACIPSS-Repräsentant in Wien und Lehrender an der HCW, berichtete Profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer über ihre Erfahrungen mit Spionage im Journalismus und in der Republik.
Esref Öztürk, Absolvent des Masterstudiums Integriertes Risikomanagement an der HCW, stellte seine Abschlussarbeit zur Bedeutung einer wirksamen Risikokultur in Versicherungsunternehmen vor. Florian Schodritz vom Österreichischen Roten Kreuz – Landesverband NÖ, präsentierte Ergebnisse seiner Masterarbeit zur Rolle der Zivilgesellschaft bei Hochwasserereignissen und zur Bedeutung sozialer Medien.
Ob bei der Früherkennung von Risiken, der Vorbereitung auf Krisen oder der Zusammenarbeit im Ernstfall: Die ACIPSS-Tagung verdeutlichte, dass wirksames Sicherheitsmanagement unterschiedliche Perspektiven zusammenführen muss und eine enge Vernetzung zwischen Forschung und Praxis erfordert.