29. April 2026
Wie internationale Zusammenarbeit Lehre und Lernen bereichert, zeigte das Erasmus+ Blended Intensive Programme „Public Health in Midwifery Education“. Studierende und Lehrende aus sieben Ländern arbeiteten im Erasmus+ kofinanzierten Programm an zentralen Public-Health-Themen der Hebammenarbeit – online und vor Ort an der Hochschule Campus Wien.

Unterschiedliche Perspektiven, ein gemeinsames Thema: In der Online-Phase arbeiteten 29 Studierende aus Belgien, Estland, Finnland, den Niederlanden, der Ukraine und Österreich in internationalen Gruppen zusammen. Inhaltlich setzten sie sich mit zentralen Public-Health-Themen der Hebammenwissenschaft auseinander. Dazu zählten unter anderem die Förderung der psychischen Gesundheit und des Sicherheitsgefühls, ein positiver Lebensstil sowie die Vertretung der Bedürfnisse migrantischer Bevölkerungsgruppen.
Der digitale Austausch ermöglichte es den Studierenden, unterschiedliche fachliche Zugänge, Bildungssysteme und gesellschaftliche Rahmenbedingungen frühzeitig in die gemeinsame Arbeit einzubringen und voneinander zu lernen.
Die anschließende Kontaktwoche von 13. bis 17. April 2026 an der Hochschule Campus Wien bildete den Höhepunkt des Programms. Sie stand im Zeichen des persönlichen Kennenlernens, intensiver Diskussionen und des vertieften fachlichen Austauschs. Zentrale Programmpunkte waren die Präsentationen der studentischen Gruppenarbeiten, die gemeinsam reflektiert und weitergedacht wurden. Ergänzt wurde dies durch Vorträge und Workshops von Lehrenden aus Belgien, Estland, Finnland, den Niederlanden, der Ukraine, Georgien und Österreich. Thematisch reichten diese von Maternal Near Miss über Gewalt in der Geburtshilfe und ethische Fragestellungen bis hin zu aktuellen Perspektiven der geburtshilflichen Versorgung.
Neben dem fachlichen Programm bot die Kontaktwoche auch praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Arbeits- und Wirkungsfelder. Exkursionen führten die Teilnehmenden unter anderem ins Josephinum – Ethik, Sammlungen und Geschichte der Medizin, in ein Hebammenzentrum, ins AKH Wien sowie zur Organisation der Vereinten Nationen. Dadurch wurden historische, klinische und internationale Aspekte von Public Health unmittelbar erlebbar.
Das Blended Intensive Programme „Public Health in Midwifery Education“ zeigte, wie internationale Zusammenarbeit Lehre und Lernen bereichern kann und unterstrich die Bedeutung internationaler Perspektiven in der Hebammenausbildung. Das nächste BIP zu diesem Thema ist für 2027 geplant und wird voraussichtlich an der Turku University of Applied Sciences in Finnland stattfinden.
Erasmus+ Blended Intensive Programmes (BIPs) verbinden kurze, intensive Mobilitätsphasen mit virtuellen Lernanteilen. Sie ermöglichen internationale Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Lehrenden – auch ohne lange Auslandsaufenthalte. Darüber hinaus fördern BIPs die interdisziplinäre Zusammenarbeit und unterstützen die Teilnehmer*innen dabei, gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam international anzugehen.
