25. September 2026
Am 4.9.2026 kamen Expert*innen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie Schweden zur Online-Konferenz „Tech Abuse in Focus - International Perspectives on Protection, Support and Future Action“ zusammen. Organisiert wurde die Konferenz von Magdalena Habringer, BA MA - sie ist Senior Lecturer am Department Sozialwissenschaften an der HCW.

Das Thema der digitalen Gewalt wird zunehmend herausfordernd für Gewaltschutzeinrichtungen, wie etwa Beratungsstellen oder Frauenhäuser. Sie wird in diesen Einrichtungen meist als Form von häuslicher Gewalt sichtbar und zeigt sich etwa in Standortverfolgung durch Tracker oder das ungewünschte Veröffentlichen von Nacktbildern durch den (Ex-)Partner der betroffenen Frau.
Daher ist es umso wichtiger, sich ausführlicher mit dieser Thematik zu befassen. Das hat sich auch Magdalena Habringer auf die Fahnen geschrieben, die die Online-Konferenz „Tech Abuse in Focus - International Perspectives on Protection, Support and Future Action“ ins Leben gerufen hat: Sie beschäftigt sich als Sozialarbeiterin und Soziologin mit gesellschaftlich produzierten Ungleichheiten. Dazu lehrt und forscht sie am Department Sozialwissenschaften der Hochschule Campus Wien (HCW). Aufgrund ihrer Praxiserfahrungen im Gewaltschutz liegt ihr Fokus in Forschung und Lehre auf der digitalen Gewalt gegen Frauen.
Durch Vorträge aus der Perspektive des Opferschutzes sowie neuester Forschung wurden Herausforderungen, aktuelle Ansätze sowie spezialisierte (technologische) Unterstützungsmaßnahmen im Umgang mit digitaler Gewalt in der Konferenz vorgestellt. Somit wurde sichtbar, dass in allen Ländern spezifische Strukturen fehlen, wie etwa technische Anlaufstellen, wo Beweise forensisch erhoben und gesichert werden könnten und die damit Betroffene und ihre Berater*innen aus den Gewaltschutzeinrichtungen entlasten würden. Auch gesetzliche Mängel – zum Beispiel in Bezug auf Deepfakes oder Cyber-Mobbing (in Österreich §107c Stgb) wurden aufgezeigt und kritisiert.
Die nachfolgende Diskussion bot nicht nur einen Rahmen zum gemeinsamen Austausch, sondern zeigte auch die große Relevanz, zukünftig auch über Ländergrenzen hinweg eine opferschutzorientierte Zusammenarbeit zu etablieren. Dazu wurde eine Austauschplattform eingerichtet und eine gemeinsame Strategie für zukünftige Konferenzen und Forschungsprojekte entwickelt.