14. Oktober 2026

Offene Ringvorlesung: Un/demokratische sozialökologische Transformation?

 

Die Hochschule Campus Wien (Soziale Arbeit), die TU Wien (Raumplanung) und die Universität Wien (Soziologie) laden zu einer gemeinsamen Ringvorlesung ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Energie-, Boden- und Mobilitätswende demokratisch gestaltet werden können.

Demonstrant*innen im Schatten vor Weltkugel, dahinter Flussufer, rosa Hintergrund mit pinker Schrift: UN/DEMOKRATISCHE SOZIAL-ÖKOLOGISCHE TRANSFORMATION?

Wann: 14.10.2026–16.12.2026, Mittwochs ab 17.30 Uhr
Wo: Hochschule Campus Wien, TU Wien oder Universität Wien (je nach Termin)
Sprache: Deutsch/Englisch
Zielgruppe: Studierende der Sozialen Arbeit, Raumplanung und Soziologie; weitere Interessierte willkommen

Partizipation und Kollaboration gelten oft als Schlüssel, um sozial-ökologische Transformationen zu gestalten: Sie sollen legitime Entscheidungen fördern, lokales Wissen einbinden, die Qualität von Maßnahmen erhöhen und helfen, komplexe Probleme gemeinsam zu lösen. Zugleich zeigen aktuelle Befunde, dass viele Beteiligungsangebote von Repräsentationsdefiziten geprägt sind und kollaborative Formen exkludierend wirken können.

Die Ringvorlesung schärft den Blick darauf, wann Beteiligung demokratische Lösungen stärkt, wo Partizipation und Collaborative Governance an ihre Grenzen stoßen und warum sich soziale Konflikte im Zuge der sozial-ökologischen Transformation zuspitzen. An sechs Abenden diskutieren österreichische und internationale Expert*innen Fragen von Klasse, Teilhabe, Bildung, Öffentlichkeit und Protest. Anhand von Praxisbeispielen werden zudem Bedeutung und Perspektiven der Sozialen Arbeit und der Raumplanung im urbanen Raum in der sozialökologischen Transformation beleuchtet.

Anmeldung

Eine Anmeldung ist nicht notwendig und die Veranstaltung ist kostenfrei.

Sollten Sie für Ihre Teilnahme etwas Bestimmtes benötigen, z. B. Gebärdensprach-Dolmetscher*in oder technische Unterstützung bei Hörbeeinträchtigung, kontaktieren Sie bitte die Administration des Studiengangs der Sozialen Arbeit an der HCW bis möglichst 1. Oktober 2026 per Mail sozialearbeit@hcw.ac.at oder Telefon unter +43 1 606 68 77-3100

Detailliertes Programm

14.10.2026:
Wie Teilhabe wieder zur Klassenfrage wurde – nicht trotz, sondern wegen Beteiligungsformaten?

Wann: 17.30-20.30 Uhr
Wo: Hochschule Campus Wien, Favoritenstraße 222, Audimax F.E.01

Vortragende

  • Mara Verlic und Sina Moussa-Lipp, Abteilung Kommunalpolitik, Arbeiterkammer Wien: Beteiligungsangebote der Stadt Wien unter der Lupe
  • Martina Zandonella, Foresight, Österreichischer Demokratie Monitor: The big picture: Teilhabe in der repräsentativen Demokratie?
  • Linda von Faber, Soziologie, Universität Jena: Warum sozial-ökologische Konflikte auch Klassenkonflikte sind
  • Moderation: Marc Diebäcker, Hochschule Campus Wien

4.11.2026:
Weniger beteiligen im Dienste der Konsensfindung, besser Konflikte demokratisch austragen?

Wann: 17.30-20.30 Uhr
Wo: TU Wien, Karlsplatz 13, Hörsaal AE U1-1

Vortragende

  • Ariane Sept, TU Wien: Konsens im Clinch? Reichweiten und Grenzen der Partizipation in der Planung
  • Manfred Kühn, Institut für Raumbezogene Sozialforschung, Berlin-Erkner: Wohnen gegen Freiraum? Über die Verlagerung von Konfliktarenen aus der Beteiligung in die direkte Demokratie in deutschen Großstädten
  • Moderation Margaret Haderer, TU Wien

11.11.2026:
Beyond Participation, Towards Collaborative Governance?

Wann: 17.30-20.30 Uhr
Wo: Universität Wien, Hauptgebäude, Hörsaal 31, Stock 1, Stg. 9

Vortragende

  • Jacob Torfing, Roskilde School of Governance: Challenges of Collaborative Governance in Urban Climate Transitions
  • Iolanda Bianchi, University of Barcelona: Multiple Modalities of Democratization in Public-Common Partnership
  • Moderation: Yuri Kazepov, Uni Wien

18.11.2026:
Lernen als Schlüssel? Wie Kollaboration sozial-ökologische Transformation vorantreibt

Wann: 17.30-19.00 Uhr
Wo: Universität Wien, Hauptgebäude, Hörsaal 31, Stock 1, Stg. 9

Vortragende

  • Byeongsun Ahn, Soziologie, Universität Wien: Rethinking Policy Learning in Participatory Planning
  • Anna Aigner, Soziologie, TU Wien: Towards a differentiated understanding of learning in governance experiments
  • Moderation: Yuri Kazepov, Uni Wien

2.12.2026:
Weniger beteiligen, mehr Protest?

Wann: 17.30-20.30 Uhr
Wo: TU Wien, Karlsplatz 13, Hörsaal AE U1-1

Vortragende

  • Wenke Hertzsch, Büro für Mitwirkung, Stadt Wien, und Toñi Sánchez Hernández, Department für Partizipation in Barcelona: Doch beteiligen, aber anders und besser. Praxisbeispiele aus Wien/Barcelona
  • Hannah Eberle, Sozialwissenschaftlerin und Jugendcoach, Hochschule Campus Wien: Besser mobilisieren – transformieren durch Protest?
  • Kommentar: Marie Chahrour, Volkshilfe Österreich, Johanna Gürtl, Soziökonomin, Sozialarbeiterin, und Sarah Hafiz, Soziökonomin, Sozialarbeiterin
  • Moderation: Anna Aigner, TU Wien und Marc Diebäcker, Hochschule Campus Wien

16.12.2026:
Exklusion und Marginalisierung zum Trotz: Internationale Praxisbeispiele für politisch wirksame Teilhabe

Wann: 17.30-20.30 Uhr
Wo: TU Wien, Karlsplatz 13, Hörsaal AE U1-1

Vortragende

  • Sarah Kumnig und Daniele Karasz, Soziologie, TU Wien: Politisch wirksame Beteiligung. Internationale Praxisbeispiele
  • Linda von Faber, Soziologie, Universität Jena: Sozial-ökologische Klassenkonflikte vermeiden und navigieren
  • Moderation: Anna Aigner und Margaret Haderer, TU Wien
  • Abschließende Podiumsdiskussion
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