19. Oktober 2026
Mit Unterstützung des Entrepreneurship, Innovation & Career Center (EICC) der Hochschule Campus Wien macht Repartum Reparaturen in ganz Europa leichter zugänglich. Das Start-up bringt Reparaturbetriebe und professionell aufbereitete Ersatzteile zusammen, verlängert so die Lebensdauer von Produkten und stärkt die Kreislaufwirtschaft.

Für Jessica Draper, Absolventin des Masterstudiengangs Software Design and Engineering an der Hochschule Campus Wien, liegt die Zukunft der Reparatur in der Wiederverwendung. Gemeinsam mit ihren Mitgründern Amrit Thind und Anant Thind hat sie Repartum gegründet. Das Start-up entwickelt eine digitale Plattform, auf der sich aufbereitete Ersatzteile leichter finden und einsetzen lassen.
„Professionell aufbereitete Ersatzteile sollen für Reparaturbetriebe in ganz Europa zur ersten Wahl werden“, sagt Draper. „Mit der richtigen digitalen Infrastruktur wird Reparieren günstiger, und wertvolle Produkte halten länger.“
Die Idee zu Repartum kommt aus der Reparaturpraxis. Mitgründer Amrit Thind hat mehrere Jahre als Techniker Haushaltsgeräte repariert und dabei immer wieder dasselbe erlebt: Geräte, die sich noch reparieren ließen, landeten im Müll, weil es keine passenden Ersatzteile gab oder diese fast so viel kosteten wie ein neues Gerät.
„In ausrangierten Geräten stecken europaweit Millionen wiederverwendbarer Bauteile. Aber sie sind schwer zu finden und kaum sichtbar, und die Techniker*innen, die sie brauchen, erfahren nichts von ihnen“, erklärt Amrit Thind. Daraus entstand die Idee zu Repartum: eine digitale Infrastruktur, die wiederverwendbare Ersatzteile und Reparaturfachleute zusammenbringt.
Oft entscheidet der Preis eines Ersatzteils, ob ein Gerät repariert oder weggeworfen wird. Dabei gibt es in Europa bereits große Mengen funktionsfähiger, aufbereiteter Teile, nur sind sie schwer zu finden. Wer repariert, muss mühsam mehrere Marktplätze durchsuchen. Und wer Teile anbietet, hat kaum Möglichkeiten, seinen Bestand effizient zu erfassen, zu dokumentieren und zu vermarkten.
Repartum will diese Lücke schließen, und zwar mit einem Netzwerk aus Reparaturbetrieben, Aufbereiter*innen, Demontagebetrieben und Sozialunternehmen, dem man vertrauen kann. Einheitliche Zustandsberichte, eine transparente Garantieabwicklung und laufende Qualitätskontrollen sorgen dafür, dass sich Reparaturprofis auf die Teile verlassen können.
Tausende Ersatzteile zu verwalten ist aufwendig. Deshalb setzt das Team auch auf Künstliche Intelligenz. Lieferant*innen nutzen eine mobile Scan-App, die Bauteile automatisch erkennt, Teilenummern aus Fotos ausliest und marktgerechte Preise vorschlägt. Die Plattform wertet außerdem die Daten der Lieferant*innen aus und ordnet kompatible Teile verschiedener Hersteller einander zu. So finden Techniker*innen leichter passenden Ersatz.
Mit diesem bisher ungenutzten Bestand will Repartum Geräte länger nutzbar machen, Elektroschrott verringern und die Kreislaufwirtschaft voranbringen.
Das junge Start-up hat bereits einiges erreicht. Anfang des Jahres gewann Repartum den Publikumspreis beim ClimateLaunchpad Austria. Zuletzt setzte sich das Team unter mehr als 120 Bewerbungen für das renommierte Programm aws First Incubator durch und erhielt neben professionellem Coaching eine Förderung von 51.600 Euro. Neben dem aws First Incubator wird Repartum weiterhin vom EICC der Hochschule Campus Wien unterstützt.