1. Juni 2026

Nursing-History Lecture zur Entwicklung pflegerelevanter Dekorationen

 

Das Museum für Gesundheits- und Krankenpflege des Departments Angewandte Pflegewissenschaft widmete sich gemeinsam mit Pflegephaleristik-Experten Vlastimil Kozon den Abzeichen und Broschen professioneller Pflege als Spiegelbild der reichen Geschichte des Berufsstandes.

Eine Frau und ein Mann vor einer Präsentation, auf der Orden und Broschen zu sehen sind

Bettina M. Madleitner und Vlastimil Kozon

Die Wurzeln der Gesundheits- und Krankenpflege sichtbar und bewusst zu machen, diesem Ziel folgt das Museum für Gesundheits- und Krankenpflege an der HCW auch mit Nursing-History Lectures. Auf Einladung der beiden MuGuK-Verantwortlichen Sabine Schweiger (Studienprogrammleiterin im Department Angewandte Pflegewissenschaft) und Roswitha Engel führte Pflegewissenschaftler Vlastimil Kozon durch die Erkenntnisse der Pflegephaleristik und betrachtete mit den Teilnehmenden die tragbaren Auszeichnungen und Symbole der professionellen Pflege. Kozon ist Leiter der Abteilung für Pflegewissenschaft und -forschung der Pflegedirektion der Klinik Floridsdorf des Wiener Gesundheitsverbundes. Seine Schwerpunkte umfassen die vaskuläre Pflege, das Wundmanagement und die Geschichte der Pflegeausbildung.

Reiche, weltweite Geschichte des Pflegeberufs

Bettina M. Madleitner, Leiterin des Departments Angewandte Pflegewissenschaft und Studiengangleiterin Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege, betonte in einleitenden Worten die Bedeutung der Broschen und Icons in der heutigen Zeit: Sie setzen ein Zeichen und tragen zur Identifikation bei.
In vielen Ländern weltweit besteht die Tradition, Berufsabzeichen zu übergeben. In Österreich wurde in der Donaumonarchie die Pflegeausbildung gesetzlich beschlossen und die Überreichung der Ehrendekoration für diplomierte Krankenpflegerinnen als tragbare und sichtbare Auszeichnung für die erfolgreich absolvierte Ausbildung eingeführt. Die Vielfalt der Broschen ist groß, sowohl hinsichtlich Material, Form, Farbigkeit und abgebildeter Symbole, da jede Ausbildungseinrichtung ihre eigenen Abzeichen kreierte.

Starke Symbolik

Pflegephaleristik-Experte Kozon spannte den Bogen von Österreich und den Broschen der einzelnen Bundesländer ausgehend über europäische Nachbarländer bis hin zu Beispielen aus allen Kontinenten. Den Ehrenabzeichen gemeinsam ist die starke Symbolik, die den Berufsstand der Gesundheits- und Krankenpflege prägt. So finden sich u.a. die brennende Öllampe, die auf Florence Nightingale zurückgeht, helfende Hände, Friedenstauben und Kreuze auf den Broschen. 
Auch Ordens-Ehrenzeichen konnten betrachtet werden, etwa das des 1668 gestifteten Sternkreuz-Ordens oder auch des Elisabeth-Ordens, der in den Jahren 1898-1918 humanitäre Verdienste von Frauen unterschiedlicher Berufe auszeichnete. Besondere Bedeutung kommt der wohl bekanntesten Medaille des Gesundheits- und Krankenpflegeberufes zu, der Florence Nightingale-Medaille. Zu Ehren und im Gedenken an die Begründerin der modernen Gesundheits- und Krankenpflege eingeführt, gilt diese als universelle Auszeichnung für vorbildliche Leistungen und besonderes Engagement im Gesundheitswesen sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung.

Zentrum für Angewandte Pflegeforschung
Angewandte Pflegewissenschaft