Personendetails

Peter Peinhaupt, MA

Senior Lecturer

peter.peinhaupt@hcw.ac.at
+43 1 606 68 77-3131

Raum: B.2.19
Favoritenstraße 226
1100 Wien

Studiengänge

Bachelor

Soziale Arbeit

Vollzeit

Departments
Sozialwissenschaften

Publikationen

In unserer Publikationsdatenbank finden Sie die wissenschaftlichen Arbeiten und betreuten Abschlussarbeiten von Peter Peinhaupt, MA an der Hochschule Campus Wien.

Lehrveranstaltungen

Individualhilfe ILV

Individualhilfe ILV | WS2026/27

Inhalt

Die Individualhilfe wird als Methode in der Sozialen Arbeit anhand historischer Entwicklung, theoretischer Grundlegung und ethischer Implikationen, dargestellt. Die Studierenden setzen sich mit Anamnese, Sozialer Diagnostik und der Hilfeplanung auseinander. Sie lernen verschiedene Methoden und Konzepte innerhalb der Individualhilfe kennen, wie z.B. das Case Management und die Lebenswelt- und Ressourcenorientierung. An konkreten Fällen werden beispielsweise der mehrperspektivische Blick auf einen Fall und Tools der Sozialen Diagnostik geübt. Dabei wird auf die Reflexion des Handelns und eigener Werte und Haltungen ein besonderer Schwerpunkt gelegt.

Lehrmethode

Vortrag, Diskussion, Gruppenarbeit, Rollenspiele

Prüfungsmethode

Immanente Leistungsüberprüfung

Unterrichtssprache

Deutsch-Englisch

Wahl Theorie/Projekt: Männlichkeiten: Autoritäre Rückschläge und emanzipatorische Perspektiven SE

Wahl Theorie/Projekt: Männlichkeiten: Autoritäre Rückschläge und emanzipatorische Perspektiven SE | WS2026/27

Inhalt

Errungenschaften queerer, diverser und feministischer Bewegungen stehen infrage, während

rigide Geschlechterbilder – Stichwort „Manosphere“ – an Einfluss gewinnen. Diese Tendenzen

manifestieren sich in autoritären Bestrebungen, im Abbau von Frauen- und

LGBTIQA+-Rechten, und zeigen sich in einem erschreckenden Trend, dass sich viele Männer

unter 30 zunehmend an konservativen bis rechtsextremen Männlichkeitsidealen orientieren

(Intelligencer, 2023; Burn-Murdoch, 2023).

In der Lehrveranstaltung analysieren wir zentrale Ausprägungen aktueller toxischer

Männlichkeitskonstruktionen: Antifeministische Narrative wie „Red Pilling“ und die Manosphere

erklären Emanzipation zum Anlass männlicher Statusverluste (Off et al., 2022). Die Idee von

“violent fraternal masculinities” fasst ein Konglomerat aus Ehrvorstellungen, starren

Geschlechterbildern und dem Drang zur demonstrativen Zurschaustellung männlicher

Überlegenheit. Ergänzend beleuchten wir radikale Männlichkeitsbilder, wie sie in

rechtsextremen Strömungen aggressiv-hierarchisch propagiert werden und

demokratiefeindliche Einstellungen fördern.

Als emanzipatorische Gegenentwürfe diskutieren wir den evidenzbasierten Ansatz der Caring

Masculinities (Elliott, 2016; Scambor et al., 2023), der auf einer feministisch geprägten

Fürsorgeethik beruht und fürsorgliche Modelle als Alternative zu toxischen Männlichkeitsbildern

vorschlägt. Darüber hinaus nutzen wir die Dekonstruktion von Geschlecht und performative

Subversion nach Judith Butler: Studierende erproben diesen Ansatz durch Rollenspiele und

Reflexionsübungen, um binäre Geschlechterrollen bewusst zu irritieren und Vielfalt erfahrbar zu

machen.

In der Lehrveranstaltung dienen Social-Media-Beiträge – insbesondere Video-Reels auf

Plattformen wie Instagram und TikTok – als empirisches Material, um performative

Inszenierungen von Männlichkeit im digitalen Alltag zu analysieren. Das gewonnene Wissen

wird mit Praxisansätzen aus der Männerarbeit verknüpft und auf verschiedene Handlungsfelder

der Sozialen Arbeit übertragen.

Die Lehrveranstaltung zeigt: Toxische Männlichkeitsbilder sind nicht nur ein individuelles,

sondern ein strukturelles Problem – tief verwoben mit Autoritarismus, Demokratiefeindlichkeit

und Geschlechterungleichheit. Wer in der Sozialen Arbeit professionell mit Männern arbeitet,

braucht Kenntnisse über diese Dynamiken – aber auch emanzipatorische Gegenentwürfe. Die

Vorlesung bietet beides: theoretische Tiefenschärfe und praxisnahe Impulse. Sie lädt dazu ein,

Geschlechterrollen zu irritieren, neue Männlichkeitsbilder zu erproben und Sozialarbeit als

politischen Ort der Fürsorge, Kritik und Veränderung zu begreifen.

Lehrmethode

Fachliche Inputs durch die Lehrperson

Gemeinsame Analyse von Social-Media-Inhalten

Textarbeit zu wissenschaftlichen und aktivistischen Beiträgen

Einzel- und Gruppenarbeiten zur Reflexion und Vertiefung

Rollenspiele zur Erprobung performativer Irritation von Geschlechterrollen

Diskussionen im Plenum und in Kleingruppen

Reflexionsübungen zur eigenen beruflichen Haltung

Praxisbeispiele aus der Männerarbeit und der Sozialen Arbeit

Prüfungsmethode

Abschlussarbeit: Verfassen eines wissenschaftlich fundierten Essays zu einem ausgewählten Thema der Lehrveranstaltung

Aktive Mitarbeit: Kontinuierliche Beteiligung an Diskussionen, Gruppenarbeiten, Reflexions- und Rollenspielübungen

Lektürearbeit: Vorbereitung und Diskussion ausgewählter Texte

Unterrichtssprache

Deutsch