28. April 2026

Studienreise zur traumasensiblen Medienarbeit

 

Die Studienreise im Rahmen des Erasmus Programms (BIP) führte 15 Studierende und zwei Lehrende des Masterstudiengangs Kinder- und Familienzentrierte Soziale Arbeit nach Mainz, wo sie gemeinsam mit anderen Studierenden aus Schweden, Irland, Deutschland und der Schweiz eine Woche zusammenarbeiteten.

Guppe von Menschen auf Wiese, dahinter Wald

Im Mittelpunkt der Reise stand der fachbereichsübergreifende Austausch zu traumasensibler Medienarbeit und die Frage, wie die Arbeit professionell, verantwortungsvoll und im Sinne der Betroffenen gestaltet werden kann. Durch Workshops, Vorträge und die gemeinsame Gestaltung eines Podcast entstand ein lebendiger Lernraum für die Studierenden aus den Bereichen Soziale Arbeit und Journalismus, der die internationale Zusammenarbeit stärkte.

Vielfältiges Programm

Auswirkungen von Traumata und Befragung von Journalist*innen

Nach einem ersten Kennenlernen am Ostermontag startete das Programm mit einem Beitrag von Angelina Fusco, BBC Belfast, über die Geschehnisse und Entwicklungen der Konflikte in Nordirland. Ergänzt wurde dieser Vortrag durch einen Beitrag von Ingeborg Kraus, Psychologin, über Trauma und mögliche Auswirkungen auf Betroffene. Den Tag rundete ein Film von Tom Burke, Universität Dublin, ab, in dem er Journalist*innen zu ihren Erfahrungen in der Arbeit mit traumatisierten Menschen befragte. 

Aufbau einer Vertrauensbeziehung und sensible Fragetaktik

Am zweiten Tag sprach Katja Schupp, die Organisatorin der Woche, gemeinsam mit einer Betroffenen über den Weg der Kontaktaufnahme, die Herstellung einer Vertrauensbeziehung und Erstellung eines Dokumentarfilms über Prostitution. Bei diesem Beitrag wurde sichtbar, wie wichtig die Beteiligung von Betroffenen ist, die ein Trauma erfahren haben und wie empowernd es sein kann, im Rahmen einer Reportage die eigenen Erfahrungen mitzuteilen. Am Nachmittag erklärte Silja Rothe, Traumatherapeutin, wie Fragen in der Arbeit mit traumatisierten Menschen wirken und worauf geachtet werden kann, um den Bedürfnissen der Befragten zu entsprechen und sie nicht zusätzlich zu belasten bzw. zu retraumatisieren. 

Erstellung eines Podcast

Am Donnerstag und Freitag arbeiteten die Studierenden in Kleingruppen an ihrem Podcast, für den sie im Vorfeld bereits Fachkräfte und Betroffene zu einem Thema der traumasensiblen Arbeit interviewten. Die Inhalte fokussierten sich auf verschiedene, traumatische Ereignisse, wie Kriminalität, Gewalt, plötzlicher Verlust, Flucht oder Naturkatastrophen. 

Darüber hinaus wurde ein Nachrichtenbeitrag zu einem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Deutschland gezeigt und ein Austausch mit dem Report ermöglicht. Auch der rassistische Brandanschlag in Mölln im Jahr 1992 wurde thematisiert, wo mehrere Personen getötet wurden. Ein Überlebender, der damals 7-jährige Ibrahim Arslan, wurde per Video zugeschaltet, um mit ihm über seine Erfahrungen und die Erstellung des Dokumentarfilms zu sprechen. 

Am Samstag präsentierten die Studierenden abschließend einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Podcast, der bis Ende April fertiggestellt wird. 

Resümee

Die Reise ermöglichte allen Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die Arbeit mit traumatisierten Menschen und einen intensiven Austausch mit Journalist*innen und Betroffenen.   

Sozialwissenschaften