29. Januar 2026

Hochschulstrategie 2040: Vielfalt stärken und Profile schärfen

 

Welche Hochschullandschaft wollen wir im Jahr 2040 vorfinden? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt der Online-Diskussion „Hochschulstrategie 2040: Einheitshochschule vs. differenziertes Hochschulsystem?“ am 28. Jänner.

Screenshot aus der Podiumsdiskussion.

Österreich verfügt derzeit über 77 Hochschulen und rund 2.800 Studienrichtungen – eine große Vielfalt, die einerseits eine Stärke darstellt, andererseits junge Menschen bei der Studienwahl vor erhebliche Herausforderungen stellt.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Grenzen zwischen Universitäten und Fachhochschulen in den vergangenen Jahren zunehmend verschwommen sind. Aus Sicht von Rektor Heimo Sandtner braucht es hier jedoch eine bewusste Differenzierung und ein klares Rollenverständnis im System: „Wenn wir den österreichischen Hochschulraum Richtung 2040 denken, dann nicht als Einheitsmodell, sondern als vielfältiges System mit klaren Profilen: Fachhochschulen stehen für Praxisnähe, regionale Verantwortung und lebenslanges Lernen, Universitäten für starke Grundlagenforschung – gemeinsam bleiben wir so international attraktiv.“

Fachhochschulen seien insbesondere wichtige lokale Player, die praxisnah ausbilden, anwendungsorientiert forschen und einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Entwicklung leisten. Im Verlauf der Diskussion wurde zudem die Bedeutung von Kooperationen innerhalb des Hochschulsektors ebenso betont wie jene mit Partner*innen außerhalb der Hochschulen. Für Fachhochschulen spielten Micro-Credentials und Zertifikatsprogramme eine wichtige Rolle, um flexibel auf neue Qualifikationsbedarfe zu reagieren und lebenslanges Lernen gezielt zu unterstützen. Voraussetzung für diese Weiterentwicklung sei ein solides und verlässliches Finanzierungsmodell, das nicht nur die Lehre, sondern auch die angewandte Forschung angemessen abbilde. Darüber hinaus unterstrich Rektor Sandtner die wachsende Bedeutung von Start-ups, Wissenstransfer und Third Mission als wesentliche Beiträge der Hochschulen zur wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Eröffnet wurde die Diskussion von Klaus Poier, Leiter des Zentrums für Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance (ZHR). In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Sabine Koch (Abteilungsleiterin der Abteilung I/1 – Universitäts- bzw. Hochschulplanung im BMFWF), Attila Pausits (Leiter des Departments für Hochschulforschung an der Universität für Weiterbildung Krems), Peter Riedler (Rektor der Universität Graz) sowie Heimo Sandtner (Akademischer Leiter und Rektor der Hochschule Campus Wien).