28. September 2026

GMW-Jahrestagung an der HCW diskutiert Hochschule der Zukunft

 

Wie verändern Künstliche Intelligenz und digitale Technologien die Hochschullehre, Forschung und Organisation? Diese und weitere Fragen standen bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) an der Hochschule Campus Wien im Mittelpunkt.

Unter dem Motto „Lebenslanges Lernen und akademische Praxis in Zeiten von KI: Organisationale, soziale und didaktische Transformation“ kamen Expert*innen aus Wissenschaft und Hochschulpraxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Perspektiven für die Hochschule von morgen zu entwickeln.

Hochschule im Wandel: KI als Treiber für Veränderung


Die rasante Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz stellt Hochschulen vor neue Fragen – und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten. Von der Gestaltung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen über die Entwicklung neuer Kompetenzen bis hin zu organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen reicht das Spektrum der Veränderungen. Die GMW-Jahrestagung 2026 nahm diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Im Zentrum standen vier Themenfelder: Organisation, Lehre, Forschung und Elementarbildung. Damit wurde deutlich, dass der digitale Wandel nicht auf einzelne Lehrveranstaltungen oder technologische Anwendungen beschränkt ist, sondern die Hochschule als Ganzes betrifft. „Was, wenn wir unsere Studierenden hervorragend auf eine Berufswelt vorbereiten, die es bald so nicht mehr gibt? Wir können nicht vorhersehen, was kommt. Aber wir können Studierende darauf vorbereiten, mit Veränderung umzugehen. Und als Hochschulen müssen wir genau das auch selbst können“, betont Vizerektorin Evelyn Süss-Stepancik.

Innovative Lehre und neue Prüfungsformate
 

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Hochschullehre mit den neuen Möglichkeiten und Herausforderungen generativer KI umgehen kann. Diskutiert wurden unter anderem neue didaktische Konzepte, Lehrmethoden und Prüfungsformate sowie die Frage, welche Kompetenzen Studierende in einer zunehmend von KI geprägten Arbeits- und Lebenswelt benötigen. Dabei wurde deutlich: KI kann Lehr- und Lernprozesse unterstützen, sie ersetzt aber weder didaktische Expertise noch die persönliche Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden. Vielmehr braucht es neue Lehrhaltungen und Lernsettings, die kritisches Denken, Eigenständigkeit, Reflexionsfähigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien fördern. „Hochschulen stehen aktuell vor der Aufgabe, Orientierung in einer Entwicklung zu geben, die sich mit großer Geschwindigkeit verändert. Für uns bedeutet das, Lehrende nicht nur mit technischen Informationen zu versorgen, sondern Räume für Reflexion, Erprobung und kollegialen Austausch zu schaffen. Genau darin liegt eine zentrale Aufgabe hochschuldidaktischer Unterstützung“, sagt Christopher Hanzl, Leiter des Teaching Support Centers.

Forschung zwischen Innovation, Ethik und Verantwortung
 

Auch für die Forschung eröffnet Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten – von der Unterstützung bei Recherche und Datenanalyse bis hin zu neuen methodischen Zugängen. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach wissenschaftlicher Integrität, Transparenz, Datenschutz und Urheberrecht. Die Tagung bot Raum, diese Entwicklungen nicht nur unter technologischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch ihre wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu diskutieren. Damit rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie Hochschulen einen verantwortungsvollen Umgang mit KI fördern und gleichzeitig Innovation ermöglichen können.

Austausch als Schlüssel für die Hochschule der Zukunft
 

Neben Fachvorträgen, Keynotes und Poster Sessions bot die Tagung vor allem Gelegenheit zur Vernetzung. Vertreter*innen unterschiedlicher Hochschulen und Institutionen brachten ihre Erfahrungen ein, diskutierten konkrete Herausforderungen und teilten Ansätze für die Weiterentwicklung von Lehre, Forschung und Hochschulorganisation. Für die Hochschule Campus Wien ist der Austausch mit anderen Hochschulen und Expert*innen ein wichtiger Bestandteil ihrer strategischen Hochschulentwicklung. „Transformation zeigt sich nicht darin, dass wir über Veränderung sprechen, sondern darin, was wir tatsächlich anders machen. Die GMW hat viele Fragen aufgeworfen, auf die Hochschulen noch keine fertigen Antworten haben. Genau darin liegt für mich ihr Wert: unsere bisherigen Vorstellungen von Lehre, Forschung und Hochschule zu hinterfragen und daraus Konsequenzen für unser Handeln zu ziehen“, so Evelyn Süss-Stepancik abschließend.