5. Mai 2026

Akademische Ausbildung zwischen Künstlicher Intelligenz und beruflicher Realität

 

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Hochschullehre – und sind Studierende sowie Institutionen darauf ausreichend vorbereitet? Diese Fragen standen im Zentrum einer hochkarätig besetzten Diskussionsveranstaltung. Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Interessenvertretung beleuchteten aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Studium und Lehre.

Rektor Heimo Sandtner sitzt mit Studierenden am Tisch.

Am Podium diskutierten unter anderem Heimo Sandtner, Rektor der Hochschule Campus Wien, Bildungsminister Christoph Wiederkehr, Marko Mihovilovic, Dekan der Fakultät für Technische Chemie an der TU Wien sowie Laurin Weninger, Bundesobmann der Aktionsgemeinschaft. Die Moderation übernahm Elmar Pichl, Sektionschef „Universitäten und Fachhochschulen“ im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Künstliche Intelligenz als Treiber des Wandels


Im ersten Themenblock wurde diskutiert, wie gut österreichische Hochschulen auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorbereitet sind. Während KI zunehmend Einzug in Lehr- und Lernprozesse hält, zeigten sich Unterschiede in der institutionellen Umsetzung. Einigkeit herrschte darüber, dass neben technischer Infrastruktur vor allem didaktische Konzepte und ethische Leitlinien entscheidend sind.

Auch die Perspektive der Studierenden wurde beleuchtet: Viele sehen sich mit neuen Anforderungen konfrontiert, fühlen sich jedoch nicht immer ausreichend auf den reflektierten Umgang mit KI vorbereitet. Hier wurde der Ruf nach stärkerer Integration entsprechender Kompetenzen in Curricula laut.

Studium und Beruf: Balanceakt für Studierende


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Situation berufstätiger Studierender. Zwischen steigenden Leistungsanforderungen im Studium und beruflichen sowie privaten Verpflichtungen geraten viele in einen Spannungsbereich. Diskutiert wurde, wie Hochschulen flexiblere Lehrformate und unterstützende Rahmenbedingungen schaffen können, ohne dabei die Qualität der akademischen Ausbildung zu gefährden.
Hybride Lehrangebote und verstärkte Praxisintegration wurden als mögliche Lösungsansätze genannt.

Impulse für die Hochschulstrategie 2040
 

Rektor Heimo Sandtner setzte im Rahmen der Diskussion zentrale Impulse für die langfristige Entwicklung der Hochschullandschaft. „Die Hochschulstrategie 2040 muss Künstliche Intelligenz nicht nur als Werkzeug verstehen, sondern als strukturellen Veränderungsfaktor für Lehre, Forschung und Organisation. Unser Ziel ist es, Studierende zu befähigen, KI verantwortungsvoll und innovativ einzusetzen und gleichzeitig kritisch zu reflektieren – das ist eine Schlüsselkompetenz der Zukunft.“

Flexibilität wird laut Sandtner zum Qualitätsmerkmal: Hochschulen müssten sich stärker an den Lebensrealitäten berufstätiger Studierender orientieren und eine neue Balance zwischen akademischer Expertise und beruflicher Anschlussfähigkeit schaffen. Exzellenz in der Lehre bedeute auch, technologische Entwicklungen didaktisch sinnvoll zu integrieren.

KI, neue Lebensrealitäten und kooperative Lösungsansätze
 

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Transformation durch Künstliche Intelligenz und sich wandelnde Lebensrealitäten der Studierenden erfordern ein Umdenken in der Hochschullehre. Kooperation zwischen Politik, Hochschulen und Studierendenvertretungen wird entscheidend sein, um tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.